Millionenschaden: Brandursache geklärt

Das Großfeuer im Betrieb der Firma Gisoton in Aichstetten ist aufgrund von Schweißarbeiten ausgebrochen. Das gaben am Dienstagvormittag Staatsanwaltschaft Ravensburg und Polizeipräsidium Konstanz bekannt. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Am Montag, kurz vor 16 Uhr, war der Brand in einer Fertigungshalle des Industriebetriebs in der Hochstraße ausgebrochen. Nach den bisherigen Ermittlungen war ein Firmenmitarbeiter an einer Maschine mit Schweißarbeiten beschäftigt, wobei zunächst die Maschinendämmung Feuer fing. In der Folge griff der Brand auf gelagertes Dämmmaterial aus Styropor über, wodurch die Halle in Vollbrand geriet. Es entstand Sachschaden von mehreren Millionen Euro.

„Keine erhöhten Werte“

„Eine Gefahr für die Bevölkerung in Aichstetten aufgrund der starken Rauchentwicklung bestand nicht“, heißt es in der Mitteilung vom Dienstag. „Die Freiwillige Feuerwehr Isny hatte Schadstoffmessungen in der Luft durchgeführt und keine erhöhten Werte festgestellt.“ Die Polizei hatte die Bevölkerung vorsorglich gewarnt und gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Für die Dauer der Löscharbeiten wurde die L260 komplett gesperrt, ebenso die K7913 in Richtung Ottmannshofen. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet.

Bahnstrecke gesperrt

Die Bahnstrecke Memmingen – Leutkirch, die ebenfalls voll gesperrt war, konnte um 18.09 Uhr wieder freigegeben werden, wenn auch zunächst nur im Schritttempo an der Unglücksstelle vorbeigefahren werden konnte. Für die Aichstettener Feuerwehr war der Brand bei Gisoton der größte Einsatz seit 20 Jahren. 1996 habe die Lagerhalle eines Transportunternehmens in Altmannshofen in ähnlichem Umfang gebrannt, erinnert sich Kommandant Hermann Deyringer. Er wohnt gleich neben dem Gisoton-Werk und erkannte daher, wie er erzählt, sofort das Ausmaß des Brands.

Vollalarm ausgelöst

Daher erhöhte er sofort, als er ins örtliche Feuerwehrhaus kam, den Alarm von B3 (normaler Brand) als B5 (Vollalarm). Dadurch rückte nicht nur die Wehr von Aichstetten (35 Kameraden), sondern auch die Feuerwehren Leutkirch (25) mit Drehleiter und Aitrach (30) sofort mit voller Mannschaft aus. Bereits kurze Zeit später wurden auch Bad Wurzach (20) mit seiner Drehleiter und Lautrach (15) alarmiert. Dazu kam der Messtrupp aus Isny. „Die zweite Drehleiter war nötig, da das Werk zwischen Straße und Bahnlinie liegt, und wir von beiden Seiten eine Drehleiter brauchten“, erläutert Deyringer. Außerdem musste eine Wasserversorgung nicht nur aus dem örtlichen Hydrantennetz, sondern auch von der fast 200Meter entfernten Ach aufgebaut werden. „Dazu braucht es viele Einsatzkräfte“, so der Aichstettener Kommandant.

„Super motivierte Einsatzkräfte“

Dank der Unterstützung und „super motivierter Einsatzkräfte“ sei es relativ rasch gelungen, die neben der brennenden Werkshalle liegenden Bürogebäude und Produktionshalle weitgehend vor den Flammen zu retten. Da viel Styropor brannte, machten starker schwarzer Rauch und enorme Hitze den Feuerwehrkameraden zu schaffen. Nur mit Atemschutz war es ihnen möglich, näher an den Brandherd heranzurücken. Ein Aichstettener Feuerwehrmann erlitt trotzdem eine leichte Rauchvergiftung und musste ins Krankenhaus gebracht werden. „Er wurde am Dienstagmorgen wieder nach Hause entlassen“, gibt Deyringer indes Entwarnung.

Brandwache bis Dienstagmorgen

Ab etwa 20 Uhr konnte eine Wehr nach der anderen abrücken. Ab 22 Uhr war nur noch ein Aichstettener Fahrzeug mit Besatzung vor Ort, um Brandwache zu halten. Am Dienstag gegen 10 Uhr war der Einsatz endgültig beendet, nachdem auch letzte Brandnester in den Zwischendecken gelöscht waren. Deyringer ist des Lobes voll über die hervorragende Zusammenarbeit aller Wehren. Sein Dank gilt auch dem Roten Kreuz für die „enorm wichtige Unterstützung“, unter anderem mit Getränken. Auch das Zusammenspiel mit der Polizei sei sehr gut gewesen. Zugute kam der Feuerwehr, dass die Aichstettener Kameraden vor rund vier Jahren bei Gisoton den Ernstfall geprobt hatte. „Dadurch kannten wir die Örtlichkeiten sehr gut“, so Deyringer. Zudem werde regelmäßig mit den Wehren aus Leutkirch und Aitrach zusammen geübt.

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