Mehr als 300 Feuerwehrleute tagen in der Durlesbachhalle

Pünktlich um 19.30 Uhr marschierte der Spielmannszug der Bad Waldseer Wehr ein und eröffnete die Versammlung mit schmissigen Märschen. Anschließend begrüßte Verbandsvorsitzender Michael Otto die Ehrengäste im Saal, darunter Landrat Harald Sievers, Bürgermeister Roland Weinschenk, die MdBs Axel Müller und Benjamin Strasser, die MdLs Raimund Haser und Petra Krebs, sämtliche Fraktionsvorsitzende des Kreistages, die Vertreter von DRK, Johanniter, Malteser, THW und natürlich alle Wehrleute mit Kommandanten und Zugführern. Sein besonderer Dank galt der Wehr aus Bad Waldsee, insbesondere dem Kommandanten Alois Burkhardt für die hervorragende Organisation der Verbandsversammlung sowie der tollen Zusammenarbeit mit der Mannschaft des Landratsamtes.

Die Beschlussfähigkeit der Versammlung mit der Anwesenheit von 146 von 148 Delegierten wurde festge-stellt. Stefan Wilsche gedachte mit bewegenden Worten der Kameraden, die im abgelaufenen Verbandsjahr verstorben sind.

Bürgermeister Roland Weinschenk hob in seiner Begrüßung das Jubiläum 160 Jahre Feuerwehr Waldsee hervor, machte Werbung für den Gesundheitsstandort und lud die Wehrmänner- und frauen ein, sich nach den Strapazen des Einsatzes bei einer Kur in Bad Waldsee zu erholen. Den 240 Bad Waldseer Feuerwehrleuten, die sich in jährlich über 200 Einsätzen als Allround-Helfer auszeichneten, wünschte er weiterhin alle Gute für ihre wichtige Aufgabe.

Landrat Harald Sievers betonte, wie wichtig die örtliche Präsenz des Polizeipräsidiums wieder in Ravensburg sei, gratulierte ebenfalls der Wehr in Bad Waldsee zum Jubiläum und ging beispielhaft für die Leistung der Wehren auf die Einsätze beim Hochwasser in Wangen, beim Brand der St. Jodoks Kirche und dem Hochhaus-Brand in Ravensburg ein. Im Schnitt erbrächten die Wehren 7,5 Einsätze pro Tag im Landkreis und besonders erfreulich wäre es, dass im abgelaufenen Jahr kein Brandtoter im Landkreis zu beklagen wäre.

Beim Grußwort des Landtagsabgeordneten Haser hörten die Vertreter der Feuerwehren und die anwesenden Bürgermeister sicher sehr gerne, dass die Politik an ihrer Seite stünde und dass er, Haser, sich für mehr Unterstützung für die Wehren durch Land, Bund und EU einsetzen würde, damit die Kreise und Gemeinden die steigenden Anforderungen finanziell nicht alleine schultern müssten.

Landesbranddirektor Volker Velten überbrachte die Grüße seines Ministeriums. Als treuem Urlauber in der Gemeinde Argenbühl liege ihm das Wohl und Wehe des Landkreises besonders am Herzen, wolle er mit sei-ner Familie doch seinen Urlaub weiterhin hier verbringen.

Mit den Berichten des Kreisjugendfeuerwehrwartes Patrick Hack und der verschiedenen Fachbereiche nahm die Versammlung ihren Fortgang.

Alois Burkhardt, Leiter des Bereiches Soziales, Musik und Werbung, dankte den Fachberatern Notfallseelsorge für ihre Hilfe nach belastenden Einsätzen. Als Fachwart für die Werbung richtete er einen eindringlichen Appell an die Bürgermeister, sich ihrer Verant-wortung um die Werbung für die Wehren bewusst zu sein und mit den Kommandanten zusammen eine wirksame und abwechslungsreiche Werbung für die Wehren und deren Nachwuchs nicht aus den Augen zu verlieren. Der Politik hielt er am Beispiel Bad Waldsee und seinen Teilorten die Gefahren der Zentralisierung vor Augen. „Wenn es in den Teilorten keine eigen Wehren mehr gibt, bekommen wir von dort auch keinen Nachwuchs mehr und uns fehlen Kenntnisse und Schnelligkeit im Einsatz“.

Markus Huchler berichtete über die Aus- und Fortbildung, Norbert Fesseler über Technik, Michael Klotz über die neue Hompage. Kreisbrandmeister Oliver Surbeck referierte über den Vorbeugenden Brandschutz, die herausragenden Einsätze sowie die gute Zusammenarbeit mit dem THW. Er informierte, dass sowohl die Zahl der Einsätze mit über 2500 sowie die Zahl der Einsatzkräfte mit mehr als 3400 einen Höchststand erreicht hätten.

Der Verbandsvorsitzende Michael Otto ging auf die Feuerschutzsteuer ein, die doch komplett den Bürgern der Gemeinden zu Gute käme. Dann wünschte er sich von der Politik statt immer komplizierter werdenden Formularen bei der EK-Steuer eine ordentliche Pauschale für die Einsatzkräfte, damit diese sich auf das Helfen und Retten statt auf das Ausfüllen von Formularen konzentrieren könnten. Und zum Schluss hatte er noch eine ganz dezidierte Bitte: Die Zusammenlegung von Polizei- und Feuerwehr-einsatzzentrale in das neue Dienstgebäude der Polizeidirektion Ravensburg.

Der Bericht des Kassiers Wolfgang Oligmiller und die Prüfung durch die beiden Prüfer Martin Seifert und Uwe Höß brachten dem Kassier viel Lob und Bestätigung, ebenso der neue Haushaltplan. Regierungsrätin Andrea Ebnet, Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts im Landratsamt Ravensburg, führte die Entlastung durch. Aufgrund des harmonischen Verlaufes der Tagung konnte die Entlastung von Vorstand öffentlich und en Bloc vorgenommen werden. Sie erfolgte einstimmig ohne Gegenstimmen und Enthaltungen.

Im Anschluss wurden folgende Mitglieder der Feuerwehr Leutkirch ausgezeichnet:

Düsing Christoph mit dem silbernen Ehrenzeichen des Landkreises Ravensburg

Klotz Michael und Wolfgang Oligmüller jeweils mit der silbernen Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes

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