Leutkircher Feuerwehr rückt 169 Mal aus

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Leutkirch ist im vergangenen Jahr 169 Mal zur Hilfe gerufen worden. Wie Schriftführer Sven Loleit bei der Hauptversammlung darlegte, haben die Brandeinsätze und technischen Hilfeleistungen im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen, die Zahl der Fehlalarme ist allerdings gestiegen. Teil der Hauptversammlung der Feuerwehrmänner am vergangenen Freitag im Bürgersaal ist auch die Neuwahl des Abteilungskommandanten sowie dessen Stellvertreter gewesen. Michael Klotz und Martin Waizenegger werden diese Ämter auch in den kommenden fünf Jahren bekleiden. Zudem standen wieder zahlreiche Ehrungen und Beförderungen auf dem Programm.

Zehn Alarmierungen weniger als im Vorjahr konnte Schriftführer Sven Loleit 2019 verbuchen. Dennoch waren die Feuerwehrmänner mit 169 Einsätzen wieder stark gefordert. Zu den Alarmierungen zählen 30 Brandeinsätze (2018 waren es 39) – darunter ein Groß- und ein Mittelbrand. „Positiv am vergangenen Jahr war, dass es in Leutkirch keinen Verkehrs- und Brandtoten gegeben hat“, konstatierte Kommandant Michael Klotz. Dennoch gab es seiner Einschätzung nach auch sechs „knifflige Einsätze“.

Gefahrguteinsatz bei Milei

Dazu zählt ein Gefahrguteinsatz bei der Firma Milei im Januar. Dort drohte kurzzeitig ein mit Chemikalien gefüllter Behälter zu platzen. „Wir waren aber gut gerüstet und haben den nicht alltäglichen Einsatz mit Bravour gemeistert“, sagte Klotz. Ebenfalls im Januar haben die Schneemassen den Feuerwehrmännern viel Arbeit beschert. Es galt etwa zu kontrollieren, ob Dächer der Schneelast gewachsen sind.

Als Großbrand hatte die Feuerwehr den Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Isny zu verzeichnen. „Der hat uns gestreift“, meinte Klotz dazu. Dort rückten die Helfer aus Leutkirch zur Unterstützung der Isnyer Feuerwehr an. Beim sogenannten Mittelbrand eines Gebäudes in Winterazhofen konnte aus Sicht des Kommandanten – ebenfalls im Januar 2019 – „wirklich schlimmes“ glücklicherweise verhindert werden.

Fehlalarme nehmen zu

84 Mal leisteten die Leutkircher Floriansjünger technische Hilfeleistungen (101 in 2018). Zu dieser Rubrik gehören beispielsweise Punkte wie „Türöffnung“, „Tierrettung“, „Baum über Fahrbahn“ oder „undichtes Dach“. Darunter fallen aber auch zehn Einsätze im Rahmen von Verkehrsunfällen. Zugenommen haben im Vergleich zum Vorjahr die Fehlalarme (zwölf Einsätze mehr als 2018). Auch 2019 sei die Feuerwehr wieder vor allem tagsüber alarmiert worden, wenn die Helfer sich überwiegend an ihren Arbeitsplätzen befinden.

Dank für ihr großes Engagement erhielten die Feuerwehrmänner unter anderem von ihrem Kommandanten. „Teil dieses Hilfeleistungssystems sein zu dürfen, darauf können alle Feuerwehrkameraden stolz sein. Euch allen gilt mein großer Respekt und meine Dankbarkeit für all die Leistungen, die ihr im Jahr 2019 erbracht hat“, erklärte Michael Klotz.

Letzte Amtsperiode

Auch in den kommenden fünf Jahren wird Klotz als Abteilungskommandant fungieren. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Martin Waizenegger habe er sich vor einiger Zeit „intensiv damit auseinandergesetzt“, ob er sich weiterhin zur Verfügung stellt. Schließlich beschloss das Führungs-Duo, noch einmal gemeinsam zur Wahl anzutreten. „Es wird aber sicherlich das letzte Mal sein“, fügte Klotz hinzu. Von 54 möglichen Stimmen erhielt Michael Klotz 38 Zusagen. Erst nach kurzem Zögern nahm er die Wahl an. Auf Martin Waizenegger als Stellvertreter entfielen 52 Stimmen.

In den kommenden Jahren gebe es große Herausforderungen zu meistern. Klotz nennt etwa das 175-Jahr-Jubiläum 2024 oder die Tatsache, dass drei Großfahrzeuge ersetzt werden müssen. Hinzu kommt die große Hoffnung und das große Ziel, dass bis 2025 der in der Vergangenheit bereits viel diskutierte Umzug in ein neues Feuerwehrhaus erfolgen kann. Sowohl Klotz als auch Waizenegger erhielten von ihren Feuerwehrkommandanten mehrheitlich den Auftrag, in dieser Zeit weiterhin als Abteilungskommandanten tätig zu sein.

Oberbürgermeister ist „erleichtert und froh“

„Richtig erleichtert und froh“, war Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle – er fungierte als Wahlleiter – darüber, dass Klotz und Waizenegger weiterhin an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr in Leutkirch stehen. „Wir haben ein Riesenglück mit den beiden Führungskräften“, war er sich sicher. Das Stadtoberhaupt lobte zudem die „enorme Leistung“, die die ehrenamtlichen Helfer im vergangenen Jahr erbracht haben. Er sprach von einem „belastenden Jahr“ für die Feuerwehr. Schließlich seien sie im Durchschnitt an jedem zweiten Tag für die Menschen in der Stadt im Einsatz gewesen.

Auch Stadtjugendwart Robert Wünsche blickte auf ein ereignisreiches Jahr bei der Jugendfeuerwehr zurück. Zudem kündigte er an, dass man 2020 verstärkt auf die Suche nach neuen, jungen Mitgliedern gehen werde. Dass die Leutkircher Feuerwehrleute „wahre Profis im Ehrenamt“ seien, betonte indes Kreisbrandmeister Oliver Surbeck in seiner Ansprache. Lobende Worte für den Einsatz und die Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten gab’s auch von Achim Staudenmaier, Leiter des Leutkircher Polizeireviers, sowie von Claudia Gasafi vom Deutschen Roten Kreuz.

Ehrungen und Beförderungen

Für ihren langjährigen aktiven Dienst bei der Leutkircher Feuerwehr wurden geehrt: Paul Frankenhauser (15 Jahre), Timo Maischberger (15 Jahre), Michael Widmann (20 Jahre), Christoph Düsing (25 Jahre), Christian Geißler (25 Jahre) und Andreas Zaharanski (25 Jahre). Das Ehrenzeichen der Stadt Leutkirch in Gold erhielten Michael Klotz und Martin Waizenegger. Über das Ehrenzeichen der Stadt in Silber freute sich Karl Ringer.

Befördert wurden Julia Schleinin, Bianca Schumacher, Felix Hartneck und Felix Rauh zum Feuerwehrmann, Marc Dlugokinski, Tobias Vogt und Jürgen Wossak zum Oberfeuerwehrmann, Matthias Hau und Clemens Mast zum Hauptfeuerwehrmann, Jürgen Mahler zum Löschmeister und Florian Zeh zum Brandmeister.

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