Kreisfeuerwehr trifft sich mit dem Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes

„Liebe Feuerwehr-Familie, ich bin sehr gerne zu Ihnen gekommen.“ Mit diesen Worten begrüßte Ziebs die rund 100 Gäste in der Mehrzweckhalle. Er ging zunächst auf die Sicherheits- und Terrorlage in Deutschland und die sich daraus ergebenden Veränderungen für die Feuerwehren ein. Darauf müsse man vorbereitet sein, betonte Ziebs, hob aber auch hervor, dass sich die Wehren als „Krisenmanager“ bewährt hätten. Der DFV sei dabei, für dieses und andere Herausforderungen ein Lösungspaket zu schnüren. „Da wird nicht alles überall passen“, so Ziebs, aber es könne eine Hilfestellung sein.

Anschließend widmete sich der Präsident ausführlich dem Thema Nachwuchsmangel und stellte klar: „Wir werden Ehrenamt nicht durch Hauptamt ersetzen können. Wer das glaubt, der irrt.“ Deshalb müsse man das Ehrenamt stärken und so beibehalten, wie es ist. „Sonst wird es nicht funktionieren.“

Um die Frage nach dem „Wie?“ zu beantworten, stellte Ziebs fünf Problemfelder heraus – und alle beginnen sie mit F: Familie, Firma, Freizeit, Freunde, Feuerwehr. Wenn man beispielsweise Feuerwehrfrauen langfristig halten wolle oder neu dazugewinnen wolle, müsse man auch etwas für die Familie dahinter tun. „Wir könnten unsere Ehemaligen dafür nutzen, auf die Kinder aufzupassen, wenn die Frau zum Einsatz geht“, schlug der DFV-Präsident vor und nannte das Ganze „Senior Service“.

Runder Tisch und Auszeichnung

Im Hinblick auf das Problemfeld Firma empfahl Ziebs Runde Tische mit den Arbeitgebern und dem jeweiligen Bürgermeister. Dort könne man gemeinsam überlegen, wie man den Unternehmen die Freistellung ihrer Feuerwehrleute erleichtern könne. Außerdem müsse die Bereitschaft der Firmen, die ihre Mitarbeiter für den Feuerwehrdienst freistellen, auch wertgeschätzt werden – etwa mit einer Auszeichnung.

Das Freizeitverhalten der Menschen zu beeinflussen, werde hingegen fast unmöglich sein, stellte Ziebs fest – gerade auch dann, wenn der Freundeskreis außerhalb der Feuerwehr besteht. Stattdessen könne man denjenigen, die sich in ihrer Freizeit für die Feuerwehr engagieren wollen, den Zugang erleichtern. Seiteneinsteiger etwa, die von Berufs wegen schon Vorkenntnisse haben, sollten nicht die komplette Feuerwehrausbildung absolvieren müssen.

Zu guter Letzt sprach Hartmut Ziebs hausgemachte Probleme an: „Zurzeit leiden wir an einem Übermaß von Vorschriften“, sagte er. So muss etwa jede Einsatzkraft, die mit Brandrauch in Berührung gekommen ist, der Unfallkasse namentlich gemeldet werden. Der Deutsche Feuerwehrverband wolle in dieser Hinsicht vor allem für Freiwillige Feuwehren in den nächsen Jahren Erleicherung schaffen. „Denn sonst machen wir das Ehrenamt nicht mehr leistbar.“

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