Kleiderwechsel bei der Feuerwehr

Die auf dem Oberarm eingestickten Rangabzeichen sind weg, dafür gibt es nun Schulterklappen. Verschwunden sind auch die karmesinroten Biesen an den Hosen. "High Risk Red" der Farbstufe 18-1763 TCX rückt als Ersatz die Einfassungen etwa der Kragenspiegel ins richtige Licht. Bei der Leutkircher Feuerwehr ist ein großer Kleiderwechsel angesagt. Am Dienstagabend tauschten die Mitglieder der Abteilung der Kernstadt die alten gegen die neuen Ausgehuniformen aus. Die nächsten acht werden Zug um Zug folgen. "Wir machen das etappenweise, wie es gerade am besten passt", sagt Kommandant Michael Klotz.

Damit die neuen Uniformen auch richtig sitzen, fand schon im Frühjahr ein Abend zur Kleiderprobe statt. Danach gab die Stadt, alles streng nach Vorschrift, die ersten Lieferungen bei den Herstellern in Auftrag. Billig ist der Kleiderwechsel nicht. Rund 140000 Euro muss die Stadt dafür aufbringen, bis alle Abteilungen neu ausstaffiert sind.

Vorschrift für jeden Knopf

Einfach so aus Jux und Dollerei geschieht das alles nicht. Zum 1. Januar 2013 erließ das Stuttgarter Innenministerium die neue Verwaltungsvorschrift für Feuerwehrkleidung. Diese listet sauber auf, wie Rangabzeichen auszusehen haben. Was bei Knöpfen zu beachten ist. Welche Materialanforderungen gelten.

In einem Staat wie Deutschland wird kein Detail ausgelassen, was Frau oder Mann von der Feuerwehr bei festlichen Anlässen wie Fahrzeugweihen oder bei Versammlungen zu tragen haben. „Die heutige Uniformjacke der baden-württembergischen Feuerwehren ist in ihrem Schnitt und Aussehen vor über 60Jahren entstanden und war ursprünglich als Einsatzuniform konzipiert. Seit der Einführung der Einsatzbekleidung nach europäischen Normen sind diese Anforderungen überholt.“ So steht es in der offiziellen Begründung.

Eine fixe Zeitvorgabe existiert zwar nicht. Leutkirch hat deswegen jetzt mit der Umstellung begonnen, weil Ersatz für alte, verschlissene Uniformen kaum noch zu beschaffen war. Nebenbei, auch das wurde vor Jahren bei den Planungen auf Landesebene mit ins Feld geführt, sei es höchste Zeit gewesen, die Feuerwehr schnittiger, moderner einzukleiden.

In Zukunft trägt Michael Klotz anstatt einer sogenannten Bergmütze eine Schirmmütze. Die bislang hellblauen Hemden wurden durch weiße ersetzt, auf der linken Brust ist der Schriftzug Feuerwehr eingestickt, natürlich im neuen Rot. Die Designer haben auch daran gedacht, in die einheitlich dunkelblauen Krawatten einen Stauferlöwen mit Bezug zum Landeswappen einzuweben. Deutlich verbessert hat sich nach ersten Erfahrungen aus anderen Wehren der Tragekomfort der Uniformjacke. Ein Mischgewebe löst die alten, mit Wolle durchsetzten und häufig als kratzig empfundenen Stoffe ab. Martin Waizenegger, Klotzs Stellvertreter, weist darauf hin, dass die neue, schwarze Hose „angenehm fällt“. Gerade die Verantwortlichen, die häufig auch zu repräsentativen Terminen ausrücken, wissen so etwas zu schätzen.

Am Dienstagabend war der große Saal im Feuerwehrhaus zugestellt mit Kleiderständern. Hier hingen die Uniformjacken, dort lagerten auf Tischen die neuen Mützen samt dem Hemdensatz. Alle Gegenstände waren namentlich gekennzeichnet. Neu ausstatten durfte sich nur, wer seine alten Kleider mitgebracht hatte. Und es gab für einen wie Patrick Fritz, als er vollbepackt den Saal verließ, noch wichtige Tipps, um den Gürtel richtig anzupassen. So genau war dann doch nicht Maß genommen worden. Auch den Gürtel ziert der Stauferlöwe.

Auch bessere Einsatzuniformen

Parallel zum Wechsel der Ausgehuniform werden derzeit auch die Einsatzuniformen ausgetauscht. „Da geht es um Sicherheit“, sagt Klotz. Nicht ums Aussehen. Europäische Normen regeln, welches Material am ehesten geeignet ist, bei gefährlichen Einsätzen die Trägerinnen und Träger zu schützen.

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