Gefahrgutzug übt, damit im Notfall jeder Handgriff sitzt

Er muss glücklicherweise äußerst selten ausrücken. Aber wenn er es tut, muss jeder Handgriff sitzen. Daher übte Feuerwehrler des Gefahrgutzugs Allgäu aus den Städten Bad Wurzach, Isny und Leutkirch vergangenen Freitagabend am Feuerwehrgerätehaus in der Riedstadt.

Eingeteilt wurden die etwa 50 Kameradinnen und Kameraden in drei Gruppen. Die Führungskräfte erhielten eine Vortrag über das Messen von Schadstoffen in der Luft, am Einsatzort direkt und in einem im Ernstfall festzulegenden Radius.

Ausrüstung kennengelernt

Die Isnyer lehrten ihre Kameraden aus Leutkirch und Bad Wurzach, was im Gefahrgutwagen (GWG) an Ausrüstung vorhanden und wie diese anzuwenden ist. An der dritten Station unterwiesen die Bad Wurzacher und die Isnyer die Leutkircher Kollegen, wie eine Dekontamination funktioniert und was beim An- und Ausziehen des Chemikalien-Schutzanzugs (CSA) zu beachten ist. Der vom Einsatz zurückkehrende CSA-Träger muss dabei rundherum abgewaschen werden, um von den Giftstoffen an seinem Anzug befreit zu werden. Ziel der Übung: Jeder soll an jedem Platz wissen, was zu tun ist.

Vier Wehren im Bund

Anfangs verfügte nur die Leutkircher Feuerwehr über einen Gefahrgutzug. Um die ständige Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, schloss man sich mit Amtzell, Isny und Bad Wurzach zum Gefahrgutzug Allgäu zusammen. „Bei einem Einsatz Manpower zu haben“, ist sehr wichtig, erläuterte der Leutkircher Kommandant Michael Klotz am Rande der Übung. „Ein CSA-Träger ist aufgrund der enormen körperlichen Belastung zum Beispiel maximal zehn Minuten im Einsatz.“

Einsatz vor vier Jahren

Zum Einsatz kommt der Gefahrgutzug, über den auch beispielsweise die Wehren in Ravensburg, Bad Waldsee und Memmingen verfügen, bei Unglücken mit chemischen, biologischen und radioaktiven Stoffen.

Der letzte Einsatz liegt etwas mehr als vier Jahre zurück. Im Juni 2013 waren in Leutkirch zwei an sich ungefährliche Chemikalien zusammengelaufen und hatten miteinander reagiert.

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