Feuerwehrleute als Sportskanonen.

Trotz nasskalten Wetters herrschte am Freitagnachmittag im Neuen Stadion nicht nur beste Laune, sondern auch ordentlicher Sportgeist. Insgesamt acht Leutkircher Feuerwehrmänner, samt einer Kollegin aus Aitrach sowie einer Privatperson, konnten sich mit Erfolg das Deutsche Sportabzeichen in Gold und in Silber sichern.

Freiwilligkeit heißt bei der Leutkircher Feuerwehr nicht nur, ehrenamtlich zum Einsatz zu kommen, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes brennt oder Menschen zu helfen, die in Not geraten sind, sondern auch noch, Kampfgeist zu beweisen. So entstand Ende 2018 und nach einem erfolgreich abgearbeiteten Feuerwehreinsatz die Idee zur Teilnahme am Deutschen Sportabzeichen.

Ja, wo laufen sie denn hin? Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Leutkirch kämpften im Neuen Stadion tapfer um jeden Meter.
Christoph Krimmer auf dem Weg zum Silbernen Sportabzeichen.
Geschafft - Mitglieder der Leutkircher Feuerwehr legen am Freitag im Neuen Stadion erfolgreich das Deutsche Sportabzeichen ab.

 

Die Sportabzeichen-Empfänger

Das Deutsche Sportabzeichen in Gold holten sich: Robert Wünsche, Jürgen Mahler, Florian Zeh, Tobias Vogt, Lenard Wild und Florian Lanzillotta. Silber erhielten: Christian Herter, Markus Zeh, Christoph Krimmer und Marlene Sepp. Abgenommen wurden die Abzeichen von Claudia Krämer, Sportlehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule in Leutkirch.

 

In Angriff genommen wurde die Aktion von den beiden Mitgliedern der Wehr, Lenard Wild und Tobias Vogt, die sich aktiv am Sportleben der Stadt beteiligen. Der Vorschlag stieß auf großes Interesse, spontan erklärten sich acht Mitglieder der Leutkircher Wehr, eine PrivatpersoTn sowie eine Kollegin, als einzige Frau Marlene Sepp von der Freiwilligen Feuerwehr aus Aitrach, bereit, mitzumachen. „Ich habe gehört, dass die das machen möchten und gefragt, ob ich nicht einfach mitmachen darf“, berichtet die Aitracherin.

Gesagt, getan. Nach Aussagen der meist eher unsportlichen Teilnehmer habe in den folgenden Wochen ein ziemlich anstrengendes und schweißtreibendes Programm auf der Tagesordnung der angehenden Sportskanonen gestanden. Der Konsum von Magnesium, Fitnessriegeln oder diversen isotonischen Getränken habe laut Sportsfreund Christoph Krimmer bei vielen Teilnehmern während der Übungsphase eine wichtige Rolle gespielt.

„Ich habe meine Nahrung etwas umgestellt und viel trainiert, außerdem hätte ich es nie gedacht, dass ich am Ostermontag, bereits um 8.30 Uhr im Stadion stehe, um zu trainieren“, sagte Feuerwehrmann Robert Wünsche, der für seinen Fleiß das Goldene Sportabzeichen erhielt, was ihn selbst überrascht habe.

Kollege Christian Herter meinte: „Das war körperlich sehr anstrengend. Es gab Tage, da konnte ich im Büro fast vor lauter Schmerzen die Treppen nicht mehr hochlaufen. Da gab es nur eins - penetrant riechendes Alpenöl zur Erholung der Muskeln“. Ein weiterer Kollege ergänzte schmunzelnd: „Eigens für das Sportabzeichen habe ich seit gestern nicht mehr geraucht“. Die Strapazen für die Teilnehmer in den unterschiedlichen Disziplinen haben sich jedenfalls gelohnt: „Wir sind schon froh, wenn wir wenigstens das Bronze-Abzeichen machen“, erklärte Krimmer im Vorfeld.

Angefeuert wurden die Teilnehmer von „äußerst mitfühlenden“ Kollegen - die sich lieber das Spektakel von außen anschauten - mit den Worten: „Könnt ihr vielleicht mal etwas mehr lachen?“ Oder: „Geht das auch noch etwas schneller?“

Geschafft haben jedenfalls alle Teilnehmer das Deutsche Sportabzeichen - und das sogar in Silber oder Gold. Bevor es jedoch zu einer Feier ins TSG-Vereinsheim ging, mussten die Feuerwehrmänner noch zu einem kleinen Einsatz ausrücken. Anschließend wurden die Erfolge gebührend und zu Recht in der Gemeinschaft gefeiert.

Fotos: Veranstalter

Erschienen: Schwäbische Zeitung am  29.04.2019 Lokalteil Leutkirch

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