Feuerwehren üben im Großtanklager den Ernstfall

Sicherheit hat oberste Priorität im Großtanklager der Shell Deutschland Oil GmbH in Altmannshofen. Daher wird auch mindestens einmal im Jahr dort eine große Feuerwehrübung abgehalten.

In diesem Juli feiert das Großtanklager im Gewerbegebiet „Am Waizenhof“ sein 50-jähriges Bestehen. In all diesen Jahren, betont Andreas Bopp, seit 2013 Terminal Manager, also Betriebsleiter, in Altmannshofen sei noch nie etwas Gravierendes passiert.

Dies sei seinen „gut geschulten und stets besonnen reagierenden Mitarbeitern“ auf der einen Seite zu verdanken, sagt Bopp, zum anderen den extrem hohen Sicherheitsstandards in der Anlage. Sie verfügt, um nur einige Beispiele zu nennen, über eine Feuerlöschanlage samt 1100 Kubikmeter fassenden Wassertank, der über eine fest installierte Pumpanlage von der etwa 500 Meter entfernten Aitrach her stets neu gefüllt werden kann, ein erst kürzlich erneuertes Hydrantennetz, einem 16 Kubikmeter fassenden unterirdischen Schaummitteltank und einer autarken Notfallfeuerlöschanlage, die selbst bei einem kompletten Stromausfall alle notwendigen Funktionen übernehmen kann.

Trotzdem sagt Bopp auch: „Es beruhigt einen selbst, wenn immer wieder geübt wird.“ Mindestens einmal jährlich rücken dazu die Freiwilligen Feuerwehren Aichstetten, Aitrach und Leutkirch an. Üblicherweise steht dabei ein großes Thema an. Vergangenes Jahr war dies „Retten aus großer Höhe“ (die Tanks sind bis zu 24 Meter hoch), in diesem Jahr hieß es bereits „Retten aus engen Räumen“.

Dieser Tage hatten insgesamt 60 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden bei der zweiten Übung des Jahres mehrere kleinere Notfallszenarien auf dem Übungsplan stehen. Angenommen wurde zum einen, dass ein Tankwagen aufgrund eines beschädigten Tanks Kraftstoff verliert. Zudem wurde getestet, ob mit Wasserwerfern der Feuerwehr und des Tanklagers selbst ein nicht zugänglicher kleinerer Tank, der Zusatzstoffe für Diesel (Additive) enthält, aus gut 50 Metern Entfernung zur Kühlung bespritzt werden kann. Drittens wurde die Nachspeisung des großen Wassertanks über die Aitrach geprobt. Zudem erhielten die Feuerwehren eine Einweisung in die Feuerlöschanlage, damit sie diese bedienen können, wenn keiner der zehn Shell-Mitarbeiter zur Verfügung stehen würde.

„Mit diesen Übungen sollen Kenntnisse vermittelt, Ängste abgebaut und Arbeitsschritte zur Routine werden“, erklärte Bopp. Ein solcher wichtiger Arbeitsschritt ist zum Beispiel, dass zuallererst der Katastrophenschieber geschlossen wird. Er verhindert, dass gegebenenfalls Löschmittel und auslaufende Flüssigkeiten ins öffentliche Abwassernetz gelangen. Ein anderes Beispiel ist das richtige Lesen der UN-Nummer an der Tafel eines Tanklastzugs, die Auskunft über dessen Inhalt gibt.

Bei der jüngsten Übung waren die 18 Aitracher Einsatzkräfte für die Kühlung des Additivtanks zuständig, die 30 Kameraden aus Aichstetten kümmerten sich um Tanklastzug und Pumpanlage aus der Aitrach, die zwölf Leutkircher waren mit Einsatzleitwagen und Rüstwagen vor Ort und unterstützten die Aichstettener. Die drei Wehren sind im Ernstfall als Erstkräfte gefordert, bei Bedarf werden Gefahrgutzüge aus dem württembergischen Allgäu und dem Bayerischen nachalarmiert.

Den sprichwörtlichen Hut auf hatten dabei die Kommandanten Michael Klotz (Leutkirch) und Hermann Deyringer (Aichstetten) sowie Aitrachs stellvertretender Kommandant Christian Adam. Zu den einzelnen Schauplätzen der Übung kam auch Andreas Bopp, der nicht nur als Terminal Manager Fachkenntnis mitbringt. Der Maschinenbauingenieur war auch selbst viele Jahre aktiver Feuerwehrmann und zudem vor seiner Anstellung bei Shell unter anderem auch Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Bundeswehr.

Im Anschluss zogen im Feuerwehrhaus von Aichstetten alle Beteiligten ein positives Fazit des Abends. Das neue Hydrantennetz hat sich bewährt, der Additivtank wurde ohne größere Probleme erreicht, nach zwei Minuten „stand“ die Wassernachversorgung aus der Aitrach, der Katastrophenschieber war sofort geschlossen worden.

„Kleinigkeiten passieren immer, dafür wird ja geübt“, sagt Bopp. Und Hermann Deyringer ergänzt: „Wir alle hoffen, dass nie der Ernstfall eintritt.

Aber sollte es passieren, sind wir vorbereitet! Und das gibt auch uns Einsatzkräften Sicherheit.“

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