Feu­er­wehr ver­ab­schie­det drei ver­dien­te Ka­me­ra­den

Einen außergewöhnlichen Kameradschaftsabend hat die Stadtabteilung der Leutkircher Feuerwehr am Freitagabend im Bocksaal erlebt. Mit dem stellvertretenden Stadtbrandmeister außer Dienst, Manfred Stör, und den Hauptfeuerwehrmännern Gebhard Mayer und Peter Lichtensteiger wurden drei verdiente Kameraden in den Ruhestand versetzt, die zusammen fast 122 Jahre Dienst geleistet haben.

"Für diese beeindruckende Zeit ehrenamtlichen Einsatzes", die ganz sicher nicht selbstverständlich sei, dankte Kommandant Michael Klotz mit sehr persönlich formulierten Worten. Seine Laudatio an "Manne", "Gebs" und "Lichte" gipfelte dabei wie folgt: "Ihr ward stets Vorbild und habt mit eurem zuverlässigen, ehrlichen, einsatzbereiten, loyalen und kollegialen Wesen die Erfolgsgeschichte der Leutkircher Wehr wesentlich mitgestaltet".

Gewürzt mit bedeutenden Ereignissen in den Eintrittsjahren ließ Klotz in bündiger Form die reich gefüllten Werdegänge der drei Kameraden Revue passieren. Am 1. August 1969 kam Gebhard Mayer zur Feuerwehr. Mit der Teilnahme am Maschinisten- und Atemschutz-Lehrgang und den erreichten Leistungsabzeichen in Bronze und zweimal in Silber, zeigte er von Anfang an seine besondere Bereitschaft zur Ausbildung. Über viele Jahre war er "unverzichtbarer Mann im Innenangriff" und bis zuletzt wichtiger Fahrer bei den Einsätzen. Mit sportlichen Angeboten sorgte Mayer zudem für die Pflege der Kameradschaft und stellt bis heute seine Firma, den Wertstoffhof, als Übungsgelände zur Verfügung. Für alle diese Verdienste wurde ihm die Ehrennadel der Stadt verliehen.

Knapp drei Jahre später, am 11. April 1972 war hingegen der erste Tag für Manfred Stör. Lang wurde bald seine Liste der absolvierten Ausbildungen: Lehrgänge zum Maschinisten, Atemschutz, Trupp- und Gruppenführer sowie zum Umweltschutz. Von 1985 übernahm er als Stellvertreter zusammen mit Albin Kolb die Gruppe 3 und war deren Leiter von 1994 bis 2000.

Manfred Stör erhält Silbernes Ehrenzeichen des Landkreises

Weitere Schwerpunkte setzte Stör beim Aufbau des Gefahrgutzuges, den vorbeugenden Brandschutz in Schulen und Betrieben und in das Türöffnen. Bei den Einsätzen war er bei Bränden, stadtbekannt als "Offizier am Feuer", und bei Unfällen mit Sachverstand und Leidenschaft immer in vorderster Linie. Im Jahr 2000 übernahm Manfred Stör das Amt des Stellvertretenden Abteilungskommandanten und wurde zudem von 2005 bis 2015 stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr. Als Anerkennung seiner Verdienste erhielt er das Silberne Ehrenzeichen des Landkreises und die Silberne Bandschnalle der Stadt.

Am 1. April 1985 gewann die Leutkircher Wehr Peter Lichtensteiger. Auch er absolvierte mehrere Lehrgänge, wie für Truppmann und -führer, Sprechfunk, Maschinisten, Atemschutz und Technische Hilfe. Zudem nahm er am Leistungsabzeichen bis Gold erfolgreich teil und war wichtig für die Kameraden, auch in seiner mehrjährigen Tätigkeit als Wirt im Florianstüble.

"Wir verjüngen ab jetzt die Altersgruppe", sagt Gebhard Mayer mit einem Schmunzeln in seinem Schlusswort. Für ihn und seine Kollegen waren die vielen Jahre eine schöne Zeit und "manchmal auch stressig", wie Manfred Stör bemerkte. Treffend schließlich die Worte von Peter Lichtensteiger: "Ich vermiss den Dienst in unserer Wehr jetzt scho a bissle".

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