Feuerwehr Diepoldshofen: Große Ehrung bei der Hauptversammlung mit Neuwahlen

Eine neue Generation übernimmt das Ruder

Auf den ersten Blick war es eine Feuerwehrhauptversammlung, wie sie in den letzten Wochen häufig anzutreffen war: Ein Rückblick über Einsätze, gemeinschaftliche Unternehmungen und Übungen des vergangenen Jahres, kleine Anekdoten aus dem Feuerwehralltag, und natürlich Beförderungen und Ehrungen.

Lob und Anerkennung an die Mannschaft für ein gutes Miteinander gab es von Seiten des Abteilungskommandanten Paul Schiele, was auch Stadtbrandmeister Michael Klotz und Ortsvorsteher Josef Mahler bestätigten.

Und doch war diesmal alles anders:

Bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr hatte Abteilungskommandant Paul Schiele angekündigt, dass er bei den anstehenden Wahlen 2019 für das Amt des Abteilungskommandanten nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Und dieser Tag war heute. Mit Sicherheit ein Schritt, den er sich wohl überlegt hat. Denn kaum einer hat dieses Amt so lange bekleidet wie Paul Schiele. Er brachte es mit einem Satz auf den Punkt: „Die Zeit ist reif, den Platz frei zu machen.“

So zog er sich nach seiner kurzen Ansprache dezent in den Hintergrund zurück und überließ zunächst Stadtbrandmeister Michael Klotz und Ortsvorsteher Josef Mahler das Feld um die Beförderungen und Ehrungen vorzunehmen.

Stefan Eisenbarth, Manuel Heine, Lars Mayer, Markus Miller, Marc Schiele, Simon Schindler und Florian Veser wurden zum Oberfeuerwehrmann und Thomas Rösch zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Den Rang des Hauptlöschmeisters erhielt Tobias Mösle.

Das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Bronze für fünfzehn Jahre aktiven Dienst wurde an Stefan Fimpel, Stefan Huber, Florian Mayer und Thomas Rösch verliehen.

Für fünfundzwanzig Jahre, und damit mit dem silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen wurde Hermann Buchbinder ausgezeichnet.

Mit dem Ehrenzeichen in Silber der Stadt Leutkirch wurden Josef Gut und Bruno Sauter geehrt.

Das Ehrenzeichen in Gold der Stadt Leutkirch wurde im Anschluss einem sichtlich gerührten Paul Schiele verliehen, der sich mit seinem vorbildlichen Einsatz über die Maßen für die Feuerwehr verdient gemacht hat.

Seit zwanzig Jahren ist er nun Abteilungskommandant. Davor war er bereits fünf Jahre stellvertretender Abteilungskommandant. Dreißig Jahre ist er Mitglied im Abteilungsausschuss. Alles was in Diepoldshofen in irgendeiner Weise mit Feuerwehr zu tun hat, trägt seine Handschrift. Er war und ist ein „Allrounder in allen Richtungen“, so Stadtbrandmeister Klotz in seiner Laudatio, „und ohne ihn kann man sich´s fast nicht vorstellen.“

So war Paul Schiele maßgeblich am Erhalt und Umbau des Gerätehauses beteiligt, unterstützte und trieb die Umstellung auf Alarmierung per SMS für die Feuerwehrkameraden voran, durfte mit dem ganzen Ort den Erhalt eines neuen Löschfahrzeuges feiern und hat sogar vor Jahren - weil eben keiner da war - einen Hydrantenplan von Diepoldshofen von Hand erstellt, um im Schadensfall gewappnet und schlagkräftig zu sein. Er ging auch persönlich in der Ortschaft von Tür zu Tür, um junge Männer für den Feuerwehrdienst zu gewinnen.

Er machte sich einen Namen mit der Organisation legendärer Übungen, von denen man in Feuerwehrkreisen heute noch spricht, und hat dafür gesorgt, dass die Abteilung Diepoldshofen eine lange Zeit als das „Schreckgespenst der Feuerwehr-Orientierungsfahrten“ im Landkreis Ravensburg galt, da sie durch hervorragende Vorbereitung und ein gut eingespieltes Team immer auf den vordersten Plätzen zu finden waren und die Pokale abräumten.

Durch die gute Führung von Paul Schiele ist die Feuerwehrabteilung Diepoldshofen zu dem geworden ist, was sie heute ist: nämlich unverzichtbar auch bei Großschadensereignissen wie beispielsweise dem Großbrand im Vorderstriemen, bei dem Diepoldshofen mit immerhin einundzwanzig ihrer aktiven Feuerwehrleute an der Brandbekämpfung beteiligt war.

Auch Ortsvorsteher Josef Mahler bedankte sich für achtzehn Jahre gute Zusammenarbeit. „Ich habe nur ein kleines Präsent, denn bezahlen kann man diese Leistung nicht.“

Auch von seiner Mannschaft erhielt Paul Schiele noch ein Geschenk: Eine Ballonfahrt für sich und seine Gattin mit dem Hinweis, dass es dabei noch die eine oder andere Überraschung geben würde.

Der Tagesordnungspunkt der Neuwahlen des Abteilungskommandanten sowie seines Stellvertreters rückte angesichts all dieser Ehrung für den noch amtierenden Paul Schiele fast in den Hintergrund des Abends. Durch die vorherige Verabschiedung von Josef Gut, Franz Heine, Johann Kathan, Bruno Sauter und Alfred Schiele aus dem aktiven Dienst blieben 25 Wahlbeteiligte, die in einer kurzen, aber einstimmigen Wahl Tobias Mösle zu ihrem neuen Abteilungskommandanten und Simon Schindler zu dessen neuem Stellvertreter wählten.

Zum Abschluss der Versammlung wurde Paul Schiele nach ein paar Grußworten der zukünftigen Führungsriege in Diepoldshofen mit Standing Ovation von seiner Mannschaft „entlassen“

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