Dienst- und Verbandsversammlung der Feuerwehren des Landkreises – Einsatzzahlen erneut auf einem extrem hohen Niveau

Kreisfeuerwehrverband Ravensburg

Ravensburg (wz) - Kreisverbandsvorsitzender Michael Otto und Kreisbrandmeister Oliver Surbeck konnten bei der diesjährigen Dienst- und Verbandsversammlung der Feuerwehren des Landkreises rd. 300 Kommandanten, Führungskräfte, Ausbilder, Jugendfeuerwehrwarte und Fachberater in der Turn- und Festhalle des ZfP Südwürttemberg in Ravensburg-Weißenau begrüßen. Ein besonderer Gruß galt Herrn Landrat Harald Sievers, MdL August Schuler und Bezirksbrandmeister Siegfried Hollstein vom Regierungspräsidium.  Landrat Sievers und die folgenden Grußwortredner zollten den Feuerwehren des Landkreises großen Respekt für ihre wertvolle Arbeit, sei es im Bereich der Einsätze, im Bereich der Flüchtlingsunterbringung oder auch im Bereich der Jugendarbeit. 

Im Bericht des Verbandsvorsitzenden wurde auf die Umsetzung des Ehrenamtspapiers „Freiwillig Stark“ hingewiesen. Die Kommunen hätten eine Vorschlagsammlung an die Hand bekommen, die es nun gelte umzusetzen. Feuerwehrangehörige sind nicht mit Mitgliedern von Vereinen vergleichbar. Sie kommen nachts um drei aus dem Bett oder morgens um elf von der Arbeit zum Einsatz und das 365 Tage im Jahr. Sie sind dabei oft körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt, die teilweise nur schwer zu verarbeiten sind. 

Otto mahnte, dass sich die öffentlichen Arbeitgeber ihrer Vorbildfunktion bewusst werden müssen und mit gutem Beispiel die Freistellung der Feuerwehrangehörigen gewähren müssten. Die Rahmenbedingungen für den Dienst am Nächsten müssten dringend verbessert werden. Bei all der guten Nachwuchsarbeit in den Jugendfeuerwehren werde es trotzdem immer schwieriger, genügend Personal für die breiten Aufgaben in den Feuerwehren zu finden. 

Dank gab es vom Vorsitzenden für alle, die sich über den üblichen Dienst in den Feuerwehren hinaus im Landkreis für die Jugend, die Ausbildung oder in der Verbandsarbeit engagieren. Ohne die tatkräftige Unterstützung vieler Einzelner wäre vieles nicht möglich. 

Besonders zum Ausdruck kam dieser Dank bei den nachgenannten Feuerwehrangehörigen, die mit verschiedenen Auszeichnungen für ihr überdurchschnittliches Engagement und langjährige Mitarbeit geehrt wurden. 

Mit knapp 2.500 Einsätzen im Jahr 2015 absolvierten die Feuerwehren des Landkreises wieder ganze Arbeit. 152 Personen konnten hierbei gerettet werden; für 15 Personen kam jede Hilfe zu spät. Beeindruckende Zahlen und Einsatzberichte präsentierte Kreisbrandmeister Oliver Surbeck im Rahmen seiner Vorträge und Berichte. Äußerst positiv ist die Entwicklung der ehrenamtlich Tätigen: so konnte die Zahl der Einsatzkräfte erneut gesteigert werden; dies sogar entgegen dem demographischen Wandel. Stolz ist man bei den Feuerwehren, dass dadurch der Schutz der knapp 280.000 Einwohner im Landkreis Ravensburg weiterhin vollständig im Ehrenamt sichergestellt werden kann. Aktuell stehen knapp 3.400 ehrenamtliche Einsatzkräfte bei den Feuerwehren der Städte und Gemeinden zur Verfügung. Eine äußerst positive Tendenz im Bereich des Ehrenamtes, so der Kreisbrandmeister. 

Sorge bereitet indes die aktuelle Zuschusssituation des Landes. Im Jahr 2015 wurden im Landkreis Ravensburg 22 Zuschussanträge auf Bewilligung mit einem Antragsvolumen von 1,5 Mio. Euro gestellt. Lediglich 0,79 Mio. Euro (52,67 %) konnten mit den vom Land Baden-Württemberg zur Verfügung gestellten Mitteln bezuschusst werden. Für 2016 liegen bereits 27 Anträge mit einem Volumen von 1,9 Mio. Euro vor. Kreisbrandmeister Surbeck bedauerte, dass verschiedene Projekte seit Jahren nicht bewilligt werden könnten. Leidtragende sind die Feuerwehren, die Kommunen und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises. 

Kreisjugendfeuerwehrwart Patrik Hack berichtete von den Aktivitäten der 619 Jungen und Mädchen in den Jugendfeuerwehren im Landkreis Ravensburg. Fachbereichsleiter Markus Huchler (Aulendorf) führte aus, dass bei 59 Kreislehrgängen 1.080 Feuerwehrkameraden geschult wurden und 116 Mitglieder sich bei Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule weiterbilden ließen. Claus Erb (Ravensburg) berichtete aus seinem Fachbereich Technik und zentrale Beschaffungen, dass in vielen Städten und Gemeinden Ersatzinvestitionen anstehen, diese aber nicht getätigt werden können, da die erforderlichen Landeszuschüsse fehlen. 

Im Fachbereich Soziales führte Alois Burkhardt (Bad Waldsee) sieben Einsätze der Fachberater Notfallseelsorge auf. Michael Klotz (Leutkirch) bedankte sich bei der Jugendfeuerwehr Wangen für die gelungene Veranstaltung des Landesjugendfeuerwehrtages Baden-Württemberg in Wangen.

 

Freuten sich gemeinsam über die Ehrungen: Kreisbrandmeister Oliver Surbeck (rechts),  Landrat Harald Sievers (2.v.r) und Kreisverbandsvorsitzender Michael Otto (links)

Ehrungen: 

Ehrenmedaille in Silber des Landes Baden-Württemberg: Brandmeister Josef Merk und Hauptbrandmeister Gottfried Hierlemann beide Bad Wurzach 

Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Ravensburg: Hauptlöschmeister Karl Ringer und Hauptlöschmeister Roland Baumgärtner beide Leutkirch, Brandmeister Franz Mahle Hauerz, Hauptlöschmeister Andreas Spehn Mittelurbach, Hauptlöschmeister Norbert Biegger Weingarten und Brandamtsrat Lothar Fischer Landratsamt Ravensburg 

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Bronze: Brandmeister Hans Schmid Hofs und Oberbrandmeister Florian Becker Bad Waldsee 

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber: Oberbrandmeister Thomas Kreuzer Aitrach, Hauptbrandmeister Hugo Müller Horgenzell, Hauptbrandmeister Martin Wiest Bad Waldsee 

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Gold: Ltd. Hauptbrandmeister Alois Burkhardt Bad Waldsee

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