Umgestürzte Bäume halten Feuerwehren auf Trab

Die Sturmnacht von Montag auf Dienstag hat auch bei den Feuerwehren in Leutkirch, Bad Wurzach, Aitrach und Aichstetten für mehrere Einsätze gesorgt. In mehreren Orten kam es zu Stromausfällen. Verglichen mit anderen Regionen habe man aber noch Glück gehabt, berichten die Kommandanten.

Fünf Einsätze in Leutkirch

Die Feuerwehrabteilungen in Leutkirch wurden in der Nacht fünf Mal alarmiert, erklärt Kommandant Michael Klotz. Los ging es gegen 2.40 Uhr in Gebrazhofen. Dort lag Richtung Herrot ein umgestürzter Baum auf der Fahrbahn. Gegen 3 Uhr folgte der nächste Einsatz in Herbrazhofen-Ösch, wo ein Baum in eine Stromleitung gefallen ist. Da die Stromleitung an dieser Stelle nah am Wald entlang verläuft, würde es bei Sturm hier öfters zu solchen Vorfällen kommen, erklärt Klotz.

Umgestürzte Bäume blockieren Straßen

Der nächste Alarmierung erfolgte dann gegen 5.30 Uhr, da zwischen Schloß Zeil und Sebastiansaul ein umgestürzter Baum die Fahrbahn blockierte. Allerdings musste die Feuerwehr hier nicht eingreifen, da der Winterdienst die Räumarbeiten zwischenzeitlich erledigte, berichtet Klotz. Ebenfalls ein Baum auf der Straße war um 6 Uhr der Auslöser für einen Einsatz zwischen Diepoldshofen und Bauhofen, ein weiterer Baum blockierte gegen 7 Uhr zwischen Friesenhofen und Schmidsfelden eine Straße. Bei allen fünf Einsätzen habe es zum Glück keine größeren Sach- oder Personenschäden gegeben, so Klotz.

 
Im Schnitt sechs Feuerwehrleute je Einsatz
 
Dafür, wie stark der Wind war, sei Leutkirch glimpflicher davon gekommen, als es Klotz vor der Nacht erwartet hätte. Die einzelnen Einsätze seine jeweils von den Abteilungen vor Ort geführt worden, also von den Abteilungen Gebrazhofen, Friesenhofen, Reichenhofen und Diepoldshofen, erklärt er. Im Schnitt seien bei solchen Einsätzen sechs Feuerwehrleute vor Ort. Bis ein umgestürzter Baum von der Straße geräumt ist, dauere es in der Regel zwischen einer dreiviertel Stunde und einer Stunde.
 
Auch in Bad Wurzach keine Verletzten
 
Auch Bad Wurzachs Feuerwehrkommandant Rolf Butscher erklärt, dass das Gebiet rund um Bad Wurzach im Vergleich zu anderen Regionen noch Glück gehabt habe. Vor allem, wenn man bedenkt, wie viele Äste auf den Straßen gelegen haben, sagt Butscher. Sie mussten in der Nacht zu insgesamt zu drei Einsätzen ausrücken. Los ging es gegen 2.50 Uhr mit einem umgestürzten Baum auf der B 465 zwischen Bad Wurzach und Unterschwarzach. Gegen 3.30 Uhr stürzte anschließend zwischen Arnach und Eintürnen ein Hochsitz auf die Straße und gegen 5.40 Uhr fuhr auf der L 314 bei Ziegelbach ein Auto in einen auf der Straße liegenden Ast, berichtet Butscher. Verletzte Personen habe es zum Glück auch in Bad Wurzach nicht gegeben.
 
Die Isnyer Feuerwehr musste zweimal ausrücken, berichtet Dominik Lubrich: Gegen 4 Uhr morgens wurde ein umgestürzter Baum gemeldet, der im Bereich Bodenmühle die Straße zwischen Schweinebach und Ried blockierte. Sechs Kräfte der Abteilungen Neutrauchburg und Stadt rückten mit zwei Fahrzeugen und aus, um den Baum zu zersägen und zu beseitigen.
Umgestürzte Bauzäune im Bereich des Stephanuswerks erforderten dann gegen 6 Uhr einen zweiten Einsatz, zu dem sieben Feuerwehrler der Abteilung Stadt mit zwei Fahrzeugen ausrückten, um die Straße wieder passierbar zu machen. „Mehr war nicht los, wir wurden wieder verschont und sind sehr froh darüber“, fasst Lubrich zusammen.
 
Wenig Einsätze in Aitrach und Aichstetten
 
Die Kommandanten von Aitrach, Thomas Kreuzer, und Aichstetten, Hermann Deyringer, erklären, dass es bei Ihnen in der nacht auf Dienstag ebenfalls keine dramatischen Vorfälle gegeben habe. In Aitrach sind gegen 3.30 Uhr zwei Bäume auf die Straße gestürzt. Während es von Montag auf Dienstag in Aichstetten gar keinen Einsatz gab, stürzte dort bereits Montagmorgen ein Baum auf die Straße, gegen den ein Auto fuhr.
Teilweise mussten Straßen gesperrt werden
Auch aus Sicht des Polizeireviers Leutkirch sei in der Sturmnacht „zum Glück nicht allzu viel passiert“, zu größeren Schadensereignissen sei es nicht gekommen. Allerdings waren teilweise Straßensperrungen nötig.
 
Mehrere Stromausfälle
 
Wie die Netze BW berichtet, kam es in der Nacht auf Dienstag zu mehreren Stromausfällen. Kurz vor 5 Uhr führten umgestürzte Bäume demnach nacheinander für Stromausfälle in praktisch ganz Argenbühl sowie in einem Gebietsstreifen von Friesenhofen bis ins Kreuzthal hinein. Im Nordwesten Leutkirchs war kurz vor halb drei Uhr nach dem Schaden bei Herbrazhofen die Versorgung in Herbrazhofen, Unterzeil und Reichenhofen unterbrochen.
Bis auf wenige, meist im Stich angeschlossene Ortsnetzstationen konnten die Monteure der Bereitschaft in Abstimmung mit der Zentralen Leitstelle in Ravensburg aber auch in dieser Region meist innerhalb einer Stunde die Störungen beseitigen, erklärt Pressesprecher Ulrich Stark. Wo das nicht möglich war, kamen nach und nach Notstromaggregate zum Einsatz. So auch im Bereich Brunnentobel, Herbrazhofen und Unterzeil-Boschen. Diese Gebiete gingen laut Stark gegen 9 Uhr wieder ans normale Netz. Bis kurz vor 14 Uhr am Dienstagmittag waren Monteure der Netze BW noch bei einer Photovoltaik-Anlage in Reichenhofen im Einsatz. Hier hatte ein Baum die Leitungsseile heruntergerissen.
 
Bericht SZ vom 05.02.2020; Bild: Gisela Sgier

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