Tiefgaragenbrand in Neutrauchburg

  • Einsatz: 2019/104

Rund drei Dutzend Menschen haben Feuerwehr und Polizei am frühen Montagabend aus einer Wohnanlage hinter der katholischen Kirche „Zum kostbaren Blut“ an der Waldburgallee in Neutrauchburg evakuiert. Grund: Starke Rauchentwicklung und die Befürchtung giftiger Gase wegen eines Fahrzeugbrandes in der gemeinsamen Tiefgarage einiger Mehrfamilienhäuser mit rund 30 Wohneinheiten.

Der Alarm ging bei der Freiwilligen Feuerwehr Isny gegen 18.40 Uhr ein. Lukas Pfeiffer, der stellvertretende Stadtkommandant und Einsatzleiter, war als einer der ersten am Brandort. Er habe „nach erster Sichtung den Alarm auf Zugstärke“ erhöht, berichtete Rosi Klemm. Sie ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der hiesigen Wehren. Auch die Leutkircher Kollegen mit drei Fahrzeugen und die Wehr aus Lindenberg, die über einen speziellen „Großlüfter“ verfügt, wurden im Verlauf des Einsatzes zur Brandstelle gerufen.

Insgesamt im Einsatz waren laut Klemm neben Beamten der Polizei und Experten des Stromversorgers EnBW rund 50 Isnyer Feuerwehrleute mit sieben und die Ortsgruppe Neutrauchburg mit einem Fahrzeug. Die zahlreichen Atemschutzgeräteträger, die zum Brandherd in der Tiefgarage vorrücken mussten, unterstütze die Wehr aus Leutkirch mit drei Fahrzeugen. Das DRK Isny versorgte mit 17 Helfern die Bewohner der Häuser, die all ihr Hab und Gut zurücklassen mussten.

Isnyer Polizei mit Fall betraut

Zur Brandursache war bis zum Redaktionsschluss nichts Näheres bekannt. Rosi Klemm erklärte, „dass die weitere Fallbearbeitung dem Polizeiposten Isny überlassen bleibt.“ Kurz nach 20 Uhr war das Feuer gelöscht. Einsatzleiter Pfeiffer wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend, wie viele Pkw in der Tiefgarage Feuer gefangen hatten: „Wir haben in die Garage hinein gefilmt, ein Auto hat auf jeden Fall gebrannt, eventuell auch zwei - mehr weiß ich noch nicht genau“, erklärte er gegenüber der SZ.

Polizei, Feuerwehr und DRK konnten die Bewohner der Anlage kurz nach 20 Uhr dahingehend informieren, dass sie wohl gegen 22 Uhr in ihre Wohnungen zurückkehren können. Zuvor müssten die freiwilligen Helfer sämtliche Räumlichkeiten noch auf giftige Schadstoffe prüfen. Auch der Fachberater Chemie der Isnyer Wehr war vor Ort. Von den Hausbewohnern bekamen die Helfer spontan Beifall gespendet: „Danke für ihren Einsatz“, hieß es reihum.

Ein Anwohner erwähnte am Rande lobend, dass Horst Veile-Reiter von den Waldburg-Zeil-Kliniken an der Sammelstelle, die das DRK für die Betroffenen aufgebaut hatte, den Evakuierten anbot, sie könnten in der Schwabenlandklinik duschen und etwas essen, bis die Wohnungen wieder freigegeben werden, oder gar übernachten, sollte dies am Montagabend zu Hause nicht mehr möglich sein.

Während des Brandes quoll aus Lüftungsschächten der Tiefgarage dichter Rauch. Anwohner berichteten gegenüber der SZ, dass es zwar Brandschutztüren in den Durchgängen zu den Treppenhäusern der Wohngebäude gebe, dass diese jedoch „von einem selbst ernannten Hausmeister“, wie ihn ein Bewohner bezeichnete, stets mit Holzkeilen offen gehalten würden, weil die Tiefgarage allgemein „sehr feucht“ sei und die Betonböden erst vor rund drei Wochen neu instand gesetzt worden seien.

Die Rauchgase könnten deshalb leichter in die Wohnhäuser darüber gelangt sein und ein „Durchzug“ den Brand außerdem stärker angefacht haben. Die Angehörige einer Bewohnerin, die auf langjährige Berufserfahrung „auf dem Bau“ verwies, erklärte im Gespräch mit der SZ, sie habe noch kurz vor dem Eintreffen der Feuerwehr in der Tiefgarage mehrere Fenster und Türen geschlossen.

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