Mann rettet Nachbarin aus Wohnung

Wohnhausbrand in Waltershofen fordert fünf Verletzte - 200 000 Euro Sachschaden

  • Einsatz: 2016/017

 

 Von Anja Reichert

Waltershofen - In letzter Minute hat ein Familienvater seine 71-jährige Nachbarin aus einer brennenden Wohnung gerettet. Vermutlich im Schlafzimmer der Frau war am frühen Freitagmorgen ein Brand ausgebrochen, der sie fast das Leben gekostet hätte.

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge brach der Brand im Schlafzimmer der Erdgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses aus. Dort schlief zu diesem Zeitpunkt die 71-jährige Frau. Durch den Brandrauch schlug ein Rauchmelder im ersten Obergeschoss an und alarmierte die dort wohnende vierköpfige Familie, die sich ins Freie retten konnte. Dem 52-jährigen Familienvater gelang es, die schwer verletzte 71-Jährige aus ihrer Wohnung zu retten. Sie hatte bis dahin das Feuer selbst nicht bemerkt.

Brand erfordert Großaufgebot von Rettungskräften

Gegen 2.40 Uhr wurden Feuerwehr und Rettungskräfte alarmiert. In einer ersten Meldung, sagt Martin Waizenegger, Fachberater für Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren im Landkreis, habe es noch geheißen, dass sich drei Personen im Haus befänden. "Die ersten Minuten war alles auf ganz dünnem Eis", so Roland Münz, Kommandant der Waltershofener Feuerwehr. Er war einer der ersten am Brandort.

"Die Flammen gingen von der unteren Wohnung über den Balkon ins Obergeschoss", so Münz - und Andreas Wiltsche, Kommandant der Kißlegger Feuerwehr, ergänzt: "Es bestand die akute Gefahr, dass das Feuer auf das Obergeschoss und das direkt angrenzende Nachbargebäude übergreift." Zudem gingen die Rettungskräfte immer noch von drei Personen im Haus aus. Das sei zwar nicht der Fall gewesen, aber "eine solche Meldung macht immer ein großes Aufgebot an Hilfskräften erforderlich", so Waizenegger. Rund 50 Feuerwehrmänner der Abteilungen Waltershofen, Kißlegg und Immenried sowie rund 20 Rettungskräfte des DRK und der Johanniter waren im Einsatz.

71-Jährige steht nach den Ereignissen unter Schock

Roland Münz erinnert sich an die 71-Jährige, die nach ihrer Rettung in einem Auto saß: "Sie war ansprechbar und antwortete auch. Aber man merkte, dass sie unter Schock stand." Er habe sie dann zum Rettungsdienst begleitet, da sie sich schwere Verletzungen zugezogen hatte. Wie die 71-Jährige wurde auch der 52-jährige Familienvater schwer verletzt und musste nach notärztlicher Erstversorgung vor Ort in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die 48-jährige Ehefrau sowie die beiden 13 und 16 Jahre alten Söhne erlitten lediglich leichte Verletzungen und wurden vor Ort ambulant behandelt.

Nachdem die Feuerwehr im Erdgeschoss das Feuer gelöscht hatte, wurden die Wohnungen belüftet und mit Wärmebildkameras nach Glutnestern abgesucht, so Waizenegger. Bis in den Morgen dauerte der Einsatz der Feuerwehr. Beide Wohnungen, die Brandwohnung im Erdgeschoss sowie die darüber liegende Wohnung sind derzeit nicht bewohnbar: Jene im Erdgeschoss sei ausgebrannt. Im Obergeschoss habe vor allem der starke Brandrauch Spuren hinterlassen, so Waizenegger.

Insgesamt fünf Verletzteund Sachschaden in Höhe von mindestens 200 000 Euro hat der Wohnhausbrand gefordert. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Ursache übernommen.

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