Anforderung Gerätewagen Atemschutz nach Bad Waldsee

  • Einsatz: 2019/160

Sieben Leichtverletzte und eine mehrstündige Sperrung der B 30 zwischen Enzisreute und Baindt sind die Folgen eines Verkehrsunfalls, der sich am Dienstagmorgen auf Höhe Egelsee ereignet hat. Ein Großaufgebot der Feuerwehr war im Einsatz, um den Gefahrguttransporter zu sichern. Die Bergung dauerte den ganzen Tag über an.

Wie die Polizei berichtet, kam der Lastwagenfahrer, der von Bad Waldsee in Richtung Ravensburg unterwegs war, auf der schneeglatten Fahrbahn ins Schleudern und dann nach links von der Straße ab. Der Lastwagen kippte um und blieb zum Teil auf der Straße, zum Teil im Gebüsch liegen. In den quer auf der Gegenfahrbahn liegenden Sattelauflieger prallten anschließend zwei Autos. Sieben Personen verletzten sich bei dem Unfall leicht und mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

Der Bereich um den Lastwagen wurde anschließend großräumig abgesperrt und nur gut ausgebildete Feuerwehrangehörige mit entsprechender Schutzausrüstung – Chemieschutzanzüge und Atemmaske – durften sich in die Nähe des Fahrzeugs begeben. Der Grund: Im Transporter befand sich ätzende Lauge, die als Reinigungsmittel für Industriespülmaschinen zum Einsatz kommt. Insgesamt 800 Kanister à 20 Liter stapelten sich im Inneren des Fahrzeugs. Und so war die Feuerwehr mehrere Stunden damit beschäftigt, den Transporter mit Hänger und Zugfahrzeug auszuräumen.

„Wir holen jetzt eine große Mulde, um die defekten Kanister in einem Auffangbehälter zu deponieren“, berichtete Feuerwehrsprecher Marcel Huber vor Ort. Die unbeschädigten Kanister wurden auf Paletten gestapelt, sodass die zuständige Spedition die Kanister in einen anderen Lastwagen umladen konnte.

Zum Abend hin konnte der Anhänger mithilfe des Krans geborgen werden. Auch die Straßenmeisterei war aufgrund der verschmutzten Fahrbahn in der Dunkelheit noch gefordert. Und so musste sich die Feuerwehr am Abend mit zusätzlicher Beleuchtung behelfen. Die Zugmaschine, die die Böschung hinuntergerutscht war, konnte am Dienstag nicht mehr geborgen werden. Laut Polizeibericht geschieht das am Mittwoch – folglich muss mit einer erneuten Sperrung der B 30 gerechnet werden. Außerdem wird die kontaminierte Erde an der Unfallstelle noch abgetragen und fachgerecht entsorgt. Schließlich trat aus dem Fahrzeug etwas von der ätzenden, alkalischen Flüssigkeit sowie Diesel aus dem Tank aus. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

Die Bergungsarbeiten an der Unfallstelle dauerten den ganzen Tag über an. Die B 30 blieb auf dem Abschnitt zwischen Enzisreute und Baindt bis 18.30 Uhr gesperrt. Die Umleitungsstrecke über Bergatreute war am Dienstag öfters überlastet.

Feuerwehrsprecher Matthias Lessig teilte am Nachmittag mit, dass insgesamt 130 bis 140 Feuerwehrangehörige im Einsatz waren – unter anderem der Feuerwehrkran von der Feuerwehr Ulm, der Gefahrgutzug Ravensburg, der Atemschutzgerätewagen Weingarten sowie die Gesamtfeuerwehr Bad Waldsee mit allen Abteilungen. Auch aus Baindt, Wangen, Isny und Leutkirch waren Helfer vor Ort sowie das THW und das Umweltamt des Landkreises Ravensburg. Laut Polizeibericht waren 200 Helfer im Einsatz.

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